Hauptförderer
Hauptförderer

KLASSEnSÄTZE-Sieger 2015 in der Altersgruppe 5.+6. Klasse:

Nis Pflüger, Schule Rellinger Straße,  mit dem Text "Das Comic-Abenteuer"

Als Preis für seinen Text erhielt Nis eine professionelle Aufnahmesession im Tonstudio des JUMBO-Hörbuchverlages. Das Ergebnis kann sich hören lassen!


Klicken Sie hier, um "Das Comic-Abenteuer" auf Soundcloud zu hören

Hallo, ich heiße Paul und bin zwölf Jahre alt. Ich mag sehr gerne Comics und deshalb hatte ich mich letztes Jahr an Halloween als Supermaus verkleidet. Das ist meine Lieblings-Comicfigur. Und ohne dieses Kostüm und meine Neugierde hätte ich das „Comic-Abenteuer“ nie erlebt!

Ich lief wie jedes Jahr mit meinen Freunden an Halloween. Sie hießen Max und Jan. Max hatte sich als der Tod verkleidet und Jan ging als Skelett. Ich fiel mit meinem Supermaus-Kostüm besonders auf, als wir durch die Straßen gingen und um Süßigkeiten bettelten! Unsere Beutel waren fast voll, als wir ein altes Haus sahen. Einige Fenster waren kaputt und der Putz war an manchen Stellen abgebröckelt. „Guckt mal, die Tür ist offen.“, sagte ich. „Da könnte ja wer einbrechen!“, sagte Max, und zückte seine Sense. „Da müssen wir rein!“ Ich ging mutig voran, und hielt meine Spielzeug-Pistole (beladen mit einem Schaumstoff-Pfeil) fest in der Hand. Als wir drinnen waren, knipste Jan das Licht an. „Wir teilen uns auf. In zehn Minuten wieder hier, okay?“, flüsterte er.  „Ja!“, gab ich zurück. Wir trennten uns und ich ging ins Wohnzimmer. Ich sah nichts, was auf einen Dieb hinweisen würde. Doch dann fiel mein Blick auf ein Supermaus-Comicheft! Ich wollte das Heft lesen, aber ich wusste, dass ich das nicht durfte. Ich konnte den Blick aber nicht abwenden. Einmal durchblättern würde keiner merken. Ich schlug den Comic auf und wünschte mir jetzt da zu sein und gegen Superschurken zu kämpfen. Auf einmal leuchtete das Buch auf und ein starker Luftzug wollte mich hineinziehen. Ich versuchte mich irgendwo festzuhalten, doch ich schaffte es nicht.

Ich wurde in das Buch gesaugt. Dann fiel ich und landete vor einer Villa. „AUTSCH“, rief ich und zu meinem Erstaunen war das „ AUTSCH“ in einer Sprechblase. Jetzt erst nahm ich meine Umgebung war: Es regnete, die langen Straßen waren menschenleer und was wirklich komisch war – neben mir stand Supermaus! Der Mäuserich sah (weil ich meine Maske aufhatte) so aus wie ich. Ich fragte ihn: „ Wo bin ich, wer bist Du und was soll das hier?“.

„Das kann ich Dir sagen“, antwortete Supermaus. „Also, du wurdest auserwählt, diese Comicwelt zu retten! Deswegen bist Du durch das Comicheft hierhergekommen, nach Mousetown, das liegt in der Nähe von Duckville. Ich bin wie du siehst Supermaus. Du sollst diese Welt retten.“, sagte Supermaus. „Das hast du eben schon gesagt!“, erwiderte ich  „Hab ich wohl vergessen, aber jetzt lass uns einbrechen.“, gab Supermaus gelassen zurück. „Einbrechen? Das machen doch eigentlich immer die „Bösen“, oder?“, fragte ich erstaunt. „Naja, wir brechen ja bei den Bösen ein.“ „Na Okay, aber wer sind die Bösen?“, fragte ich. Supermaus erklärte: „Von Wortschmied und seine Leute! Walter von Wortschmied war mal ein ganz guter Dichter, jetzt spielt er den edlen Spender. Er bricht heimlich in Banken ein, und verteilt das Geld an die Armen. Den meisten Teil behält er. Aber durch seine Spenden fällt der Verdacht trotzdem nie auf ihn. Ich breche hier ein, um Beweise zu sammeln. Ein Notizblock oder ein Tagebuch wär schön, es reicht auch eine Datei.“ Ich war bereit und sagte: „Okay, dann los! Gibst du mir ein bisschen von deiner Ausrüstung? Wie alles funktioniert weiß ich aus deinen Comics.“

„Einverstanden! Aber sei vorsichtig.“, flüsterte er. „Bin ich immer!“, gab ich zurück. „Okay, hier ist schon mal eine Röntgen-Brille. Damit kannst du durch Wände sehen. Aber bleib erstmal hier!“, flüsterte Supermaus. „Ja!“, gab ich enttäuscht zurück. Am liebsten wäre ich direkt mitgekommen.

5 Minuten später gab es eine laute Explosion. Neben mir erschien ein großes, schwarzes „KRABUMM“. Und ich sah durch die Brille, dass Supermaus ein Loch in die Wand gesprengt hatte. Ich konnte nicht mehr warten und stürmte zum Eingang. Ein Pförtner mit Stoppelbart versperrte mir den Weg. „Hast du einen Grund hier rein zugehen?“, fragte er. „Den hab ich!“, erwiderte ich mutig. „Dann schieß los.“, gab er mit eisiger Stimme zurück. Das tat ich. Ich schnallte das Betäubungsgewehr von Supermaus vom Rücken und schoss ihm ins Bein. Und er sank zu Boden. Ich rannte in die Villa, schlich durch Gänge und rammte Türen ein.

Ich hatte die Brille abgenommen. Als ich die 7. Tür eintreten wollte, merkte ich zu spät, dass sie offen war. Ich stolperte hinein und sah Supermaus am Computer. „Hast Du die Datei?“, fragte ich. „Klaro“, antwortete Supermaus „Hör mal zu: Planänderung. Wir verhaften den Haufen!“

„Äh, so spontan?“, stotterte ich. „Ja, warum nicht?“ erwiderte er. „Okay!“, gab ich verwirrt zurück.

Nach kurzer Zeit hatten wir alle zusammen. Sie standen in Reih und Glied an der Wand. Nur einer fehlte – Von Wortschmied! Supermaus kam keuchend angerannt. „ Ich hab ihn verfolgt, aber er ist durch eine Dimensionsmaschine in deine Welt geflohen“.

„Apropos meine Welt: wie komme ich zurück? Alle werden sich Sorgen machen. Ich war mindestens eine Stunde hier.“

„ Mit der Dimensionsmaschine kommst Du zurück. Außerdem vergeht die Zeit hier langsamer. Wenn Du zurück bist, sind höchstens 5 Minuten vergangen“, beruhigte mich Supermaus.

„Na dann Tschüss, war schön mit Dir.“, sagte ich. „Tschau“ erwiderte Supermaus.

Ich stieg in die Maschine. Dann wurde ich herumgewirbelt und landete wieder im Wohnzimmer des verlassenen Hauses. Ich traf Max und Jan im Flur. Wir kamen zu dem Schluss, dass es keinen Einbrecher gab sondern die Eigentümer wahrscheinlich nur vergessen hatten, die Tür zu schließen. Dann gingen wir müde nach Hause. Puh, war das ein Abenteuer! Ich beschloss, meinen Eltern erstmal nichts davon zu erzählen. Die regten sich sowieso immer gleich so auf. Als ich nach Hause kam, liefen gerade die Nachrichten. Ich wollte schon ausschalten, als ich einen alten Bekannten sah – Walter von Wortschmied! Die Polizei hatte ihn wegen Einbruchs in eine Bank festgenommen. Ich konnte aufatmen!