Hauptförderer
Hauptförderer

KLASSEnSÄTZE-Siegerin 2016 in der Altersgruppe 4. Klasse:

Leila Rowoldt von der Schule In der alten Forst mit dem Text "Paddy unterwegs".

 

 

 

 

Hallo! Ich bin Paddy und ich bin ein Kater. Ich wohne in Hamburg. Dort, wo ich wohne, ist viel Grün. Meine Besitzer haben mich vor drei Jahren einfach zurückgelassen. Seitdem wohne ich auf der Straße und manchmal bei Frau Hugibugi in ihrem Haus.

 

Frau Hugibugi füttert mich und kümmert sich um mich. Aber am liebsten bin ich immer noch draußen. Ich bin nicht die einzige Katze in unserer Gegend. Es gibt noch Frederik und Fiona. Frederik ist gemein, aber Fiona finde ich toll. Sie sieht unheimlich gut aus. Sie ist so damenhaft. Ihr Fell ist weiß mit schwarz-braunen Flecken. Mein Fell ist braun-grau getigert. Und jetzt ratet mal, was ich herausgefunden habe! Fiona mag getigerte Typen. Das heißt, dass ich eine Chance bei ihr habe.

 

Frau Hugibugi ist schon etwas älter und hat graue Haare, aber fit ist sie immer noch. Sie hat schließlich ein Trampolin. Also, ich finde Trampolin springen doof!

 

Vor einiger Zeit hatte Frau Hugibugi Besuch von fünf Menschen. An diesem Tag lag ich auf der Couch und belauschte sie, weil ich nichts Besseres zur Beschäftigung gefunden hatte und es draußen schneite. Der Schnee war soooo kalt.

 

Der Besuch und Frau Hugibugi redeten irgendetwas über ‚Tausend‘ oder so und dann nannte Frau Hugibugi eine sehr hohe Zahl. Danach sagte sie: „Am 1. April können Sie einziehen.“ „Ist Ihre Wohnung dann fertig?“, fragte der Besuch.

 

Was um Himmelswillen ist einziehen? Ich beschloss, Fiona zu fragen. Zum Glück saß Fiona direkt vor Frau Hugibugis Haus. „Hi Fiona!“, begrüßte ich sie. „Hi!“, antwortete Fiona. „Weißt du, was ‚einziehen‘ ist?“, fragte ich. „Ja, klar“, sagte Fiona, „das ist, wenn jemand ein Haus kauft und dann alle Sachen in das Haus packt und dann da wohnt.“ „Ach so“, sagte ich, „und ‚ausziehen‘?“ „Wenn jemand aus einer Wohnung weg geht und woanders hinzieht.“

 

Oh nein! Hieß das, dass Frau Hugibugi wegzieht und jemand anderes in ihr Haus einzieht? Das ist unmöglich. Sie nimmt mich doch mit, oder?

 

 

 

 

Dann war der 1. April da und vor dem Haus von Frau Hugibugi stand ein riesengroßes Auto. „Was ist das?“, fragte ich Fiona, die neben mir stand. „Da kommen die Möbel von Frau Hugibugi rein.“ „Hä, wo fährt es denn hin?“ „Na, zu ihrem neuen Haus“, antwortete Fiona. „Da, sie steigt in das Auto!“, rief ich.

 

„Tschüss Paddy!“, rief Frau Hugibugi mit Tränen in den Augen. Jetzt war es amtlich. Frau Hugibugi lässt mich hier. „Die neuen Besitzer von meinem Haus kümmern sich um dich!“, rief sie. Dann fuhr das Auto los.

 

„Ich laufe dem Auto hinterher, dann weiß ich wo sie wohnt und kann sie besuchen!“, rief ich Fiona zu und lief los. „Komm bald wieder!“, rief mir Fiona hinterher.

 

Hätte mir jemand gesagt, dass der Rauch, der aus einem Auto kommt, so stinkt, wäre ich nicht direkt hinter dem Auto gelaufen. Ungefähr 3 Kilometer weiter hielt das Auto und Frau Hugibugi stieg aus. „O.K.“, dachte ich, „das Haus muss ich mir merken.“ Das neue Haus von Frau Hugibugi war ein Reihenhaus. Es war weiß mit einem dunklen Dach. Ich lief zurück, um mir die neuen Besitzer anzugucken.

 

Die neuen Menschen waren schon eingezogen. Ein blondes Mädchen stellte mir einen Napf mit Wasser und einen mit Futter hin. Ich setzte mich vor die Terrassentür und wartete, bis sie mir aufmachten. Nach einer Minute kam ein kleiner blonder Junge und machte auf. Er sagte: „Guck mal Paddy, da ist dein Essen.“ Dabei zeigte er auf die Näpfe. Ich lief zu den Näpfen und aß. Anschließend ging ich nach draußen und legte mich auf die Terrasse in die Sonne.

 

 

 

Am nächsten Morgen beschloss ich, Frau Hugibugi zu besuchen. Die wird staunen, wenn sie mich sieht. Ich stellte mir ihr Gesicht vor und bemerkte nicht, dass ich falsch abbog. Ich lief immer weiter. Nach 20 Minuten wunderte ich mich, dass es so lange dauerte. Eigentlich müsste ich schon längst da sein. „Mist“, dachte ich, „ich habe mich verlaufen.“ „Ach“, dachte ich weiter, „Katzen finden immer zurück, wenn sie unterwegs sind.“ Doch da irrte ich mich. Bis es dunkel war irrte ich herum. Da wusste ich plötzlich, was ich falsch gemacht habe. Ich musste einfach nur zur Abzweigung zurück und dann… links, nein, rechts abbiegen.

 

Ich lief zur Abzweigung und bog rechts ab. Puh, dort war ja Frau Hugibugis neues Zuhause. Und heute war wohl mein Glückstag, denn in der Haustür gab es eine Katzentür. Wahrscheinlich hatten die, die davor da wohnten, eine Katze gehabt. Ich lief durch die Tür und wunderte mich. Nirgends waren ihre Möbel. Stattdessen kam ein orange getigerter Kater auf mich zu und fragte in strengem Ton: „Was machst du hier?“ „Ich suche Frau Hugibugi. Äh, das ist doch ihr Haus, oder?“, antwortete ich. „Nein!“, fauchte der Kater wütend. „Hau ab!“, rief er.

 

Keine Sekunde später stand ich draußen und da fiel mir auf, dass fast alle Häuser weiß mit einem dunklen Dach waren. „So ein Mist!“, fluchte ich. Mein Instinkt sagte mir, dass ich noch ein paar Tage unterwegs sein würde, um das richtige Haus zu finden. Doch dann erinnerte ich mich an die Hausnummer. Es war die Nummer 77. Das hieß, dass ich nur noch die 77 finden musste.

 

 

 

Da war die Nummer 77. Leider hatte Frau Hugibugi keine Katzentür. Also kratzte ich an der Tür. Nach einer Weile kam sie und machte die Tür auf. Ich war so glücklich. „Wie kommst du denn hier her?“, fragte mich Frau Hugibugi. Sie hob mich hoch und ich kuschelte mich an sie. „Wenn du willst, darfst du heute bei mir schlafen“, sagte sie. Sie ließ mich wieder runter und ich lief ins Haus. Frau Hugibugi gab mir Essen und Trinken und meinte: „Ich sollte eine Katzentür für dich einbauen lassen, damit du mich immer besuchen kommen kannst.“ Danach ging sie ins Bett und ich folgte ihr. Ich sprang auf ihr Bett und kuschelte mich an sie.

 

 

 

Am nächsten Morgen wollte ich nach Hause. Wenn ich den Weg nur wüsste. Doch stellt euch vor, hinter der Straßenecke kam Fiona hervor. „Fiona!“, rief ich, „gut, dass du da bist. Ich finde den Weg nicht mehr zurück.“

 

Und so gingen wir nebeneinander nach Hause. Unterwegs erzählte Fiona: „Die Neuen machen sich Sorgen um dich, weil du so lange weg bist. Wie war es denn bei Frau Hugibugi?“ „Super!“, meinte ich. „Jetzt aber schnell zurück.“

 

 

 

Als wir zu Hause ankamen ging ich gleich ins Haus. „Paddy ist wieder da!“, rief der kleine Junge. Er freute sich riesig. „Ich habe dich soooo vermisst“, jammerte er. „Jetzt ist er ja wieder da“, sagte seine Schwester, die gerade kam.

 

Ich glaube, den Weg zu Frau Hugibugi muss ich noch mal üben. Ich kann mir ja Merkmale suchen oder Markierungen machen. Aber nicht mehr heute. Heute wollte ich nur noch vor dem Ofen liegen und pennen.

 

 

Am nächsten Morgen machte ich mich mit Fiona auf den Weg und verteilte überall an wichtigen Stellen Kratzspuren. Jetzt kann ich zu Frau Hugibugi gehen so oft ich will, ohne mich zu verlaufen.

 

Als wir bei ihr ankamen sah ich, dass sie eine Katzentür hatte einbauen lassen. Ich fragte Fiona: „Kommst du mit rein?“ „Ja, gerne“, antwortete Fiona. Wir schlüpften durch die nigelnagelneue Katzentür ins Haus. Ich zeigte Fiona das Haus, bevor wir zu Frau Hugibugi gingen. Sie schlief auf dem Sofa und wir legten uns zu ihr. Ich fühlte mich wohl so mit Fiona und Frau Hugibugi an meiner Seite und schlief ein. Ich träumte davon, wie Fiona und ich unterwegs auf Hochzeitsreise waren. Mit dabei unsere Kinder. Wir waren gerade in Frankreich unterwegs, als es Blumen regnete.

 

Es war wunderschön, aber leider nur ein Traum.